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Freitag, 19. Mai 2017, 11:45

Fracking durch die Hintertür von Soest bis Dorsten?

Hallo an alle,

anbei z.K.

https://www.wp.de/region/sauer-und-siege…d210609647.html

"Arnsberg/Aachen. Die Bezirksregierung Arnsberg verlängert die Erlaubnis der RWTH Aachen, nach Kohleflözgasen zu suchen. Auch Soest und Fröndenberg sind davon potenziell betroffen.

Die Bezirksregierung Arnsberg hat der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen die Erlaubnis verlängert, nach Kohleflözgasen zu suchen. Das Gebiet, für das die Erlaubnis gilt, reicht von Soest bis Münster und Witten. Umweltschutzverbände wie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) befürchten ein „Fracking durch die Hintertür“.

Was bedeutet die Verlängerung?

Die Bezirksregierung Arnsberg räumt der Aachener Hochschule für weitere drei Monate das Recht ein, in einem abgesteckten Gebiet – Insider sprechen daher auch von Claim – nach einem Rohstoff wie Erdöl oder Erdgas zu suchen, auch nach Methangas, das sich in Steinkohleschichten gesammelt hat. Ziel der Suche: bisher unbekannte und unentdeckte Lagerstätten ausfindig zu machen.

Was genau darf die Hochschule in dem Aufsuchfeld machen?

Die Suche nach Lagerstätten ist „nur zu wissenschaftlichen Zwecken genehmigt“, stellt Andreas Nörthen von der Bergbaubehörde der Bezirksregierung klar: Die RWTH darf dazu „minimal-invasive Erkundungsmethoden“ anwenden, so Nörthen. Dazu zählt etwa der Einsatz von großen Geräten, die einer Rüttelmaschine aus dem Straßenbau ähnlich sind: Sie lösen Erschütterungen aus, die von verschiedenen Gesteinsformationen im Untergrund unterschiedlich reflektiert werden. Aus der Aufnahme dieser Reflexionen über eine Art seismisches Mikrophon versprechen sich die Wissenschaftler der Hochschule Aufschlüsse über mögliche Lagerstätten.

Wie groß ist das Aufsuchfeld?

Das Aufsuchfeld, für das der Aachener Uni eine Fristverlängerung gewährt wurde, ist rund 3500 Quadratkilometer groß und erstreckt sich im Osten von Soest bis Dorsten im Westen und von Münster im Norden bis Witten im Süden.

Ist mit der Erlaubnis auch die Berechtigung für Tiefbohrungen verbunden?

„Solche Tätigkeiten sind in dieser Erlaubnis nicht enthalten“, ordnet Andreas Nörthen ein: „Dafür braucht es gesonderte Anträge und Genehmigungen“. Der Antragsteller müsste dazu komplette Betriebspläne vorlegen. Ausgeschlossen ist das also nicht.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die RWTH tatsächlich Bohrungen vornehmen wird?

Nach Informationen dieser Zeitung ist durchaus damit zu rechnen, dass die Hochschule Bohrungen beantragen wird. Nur so lässt sich überhaupt die jetzt beantragte Verlängerung für das Aufsuchfeld erklären.

Wo liegt die Schwierigkeit?

Tiefbohrungen sind ein teures Unterfangen. Eine Probebohrung geht bis auf eine Tiefe von 2000 Metern ins Erdreich. Dafür braucht es Spezialfirmen, die sich mit der Technik auskennen, und die entsprechendes Gerät haben. Die Kosten für eine Probebohrung geht schnell in die Millionen. Die RWTH wird sich wohl um Geldgeber bemühen, um Bohrungen finanzieren zu können.
Vier Probebohrungen zu Forschungszwecken möglich

Im Februar 2017 ist das Fracking-Gesetz der Bundesregierung in Kraft getreten. Nach Ansicht der Großen Koalition...

Ist damit eine Art Fracking erlaubt?

Die scheidende rot-grüne Landesregierung hat die höchst umstrittene Fracking-Methode, bei der ein Wasser-Sand-Chemie-Cocktail unter hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten gepresst wird, um diese aufzubrechen und so gebundenes Erdgas zu lösen und fördern zu können, im Landesentwicklungsplan (LEP) untersagt. „Fracking ist mit den Zielen der Raumordnung in Nordrhein-Westfalen nicht vereinbar“, formuliert Andreas Nörthen und leitet daraus ab: „Eine Behörde darf nichts genehmigen, was auf Fracking hindeutet“.

Warum will die RWTH Aachen dennoch nach Gas suchen?

Die Hochschule setzt bei den Erkundungsmaßnahmen, die sie bislang anwenden darf, wohl darauf, in Kohleflözen Methangas zu finden, das durch Kluftzonen, also natürliche Wegsamkeiten in den Gesteinsschichten, gefördert werden könnte. Eine Aufsprengung des Gesteins durch Fracking wäre dann nicht notwendig.

Ist dies in NRW an anderer Stelle schon ausprobiert worden?

Das Unternehmen Hamm-Gas hat eine solche Probebohrung („Hebern 58“) 2016 zwischen Hamm und Ascheberg bis 1031 Metern abgeteuft. Bei Stemmwede in Ostwestfalen ist eine 2600 Meter tiefe Bohrung abgeteuft worden. – „Das Loch ist bereits wieder verfüllt und die Maßnahme beendet“, weiß Andreas Nörthen. Zu holen gab es an der Stelle offenbar nichts."

lG

Andy